
Warum wir die Heizgeräte für Badezimmer einem „feuchten Hitze-Test“ unterziehen Badezimmer sind im Grunde genommen Folterkammern für Elektronikgeräte. Es herrscht dichter Dampf, es gibt ständige Wasserspritzer – und die Temperaturen können innerhalb von Minuten von eiskalt auf extrem heiß wechseln. Auf vielen Spezifikationsblättern finden Sie den Wert „IPX5“. Das bedeutet im Grunde, dass das Gerät einem Wasserstrahl standhalten kann und weiterhin funktioniert. Doch das ist nur eine Laborprüfung. Drei Jahre lang in einem echten Haushalt zu funktionieren? Das ist etwas ganz anderes. Die gefährliche Seite des Dampfs Wasser ist offensichtlich – man sieht einen Tropfen und wischt ihn weg. Doch Wasserdampf? Das ist der eigentliche Feind. Der Dampf ist winzig und kann durch Dichtungen dringen, die flüssiges Wasser nicht einmal berühren kann. Er dringt in den Heizer ein, setzt sich auf die elektrischen Kontakte ab und haftet an der Infrarotlampe. Anschließend kondensiert er. Plötzlich entsteht Feuchtigkeit an Stellen, an denen sie nicht sein sollte – und das schafft einen Weg für Strom, der eigentlich nicht dorthin gelangen soll. Dadurch kann es zu durchgebrannten Sicherungen oder defekten Heizgeräten kommen. Deshalb sprühen wir die Geräte nicht einfach mit Wasser ab und sind dann fertig. Wir verwenden stattdessen Tests unter extremen Bedingungen: hohe Temperaturen und hohe Luftfeuchtigkeit über Hunderte von Stunden hinweg. So werden die Dichtungen gezwungen, sich immer wieder auszudehnen und zusammenzuziehen. Wir wollen herausfinden, ob die Dichtungen nach sechs Monaten Nutzung noch intakt sind. Es ist besser, wenn sie in unserem Labor kaputtgehen, als in Ihrem Haus. Finden des Bruchpunkts Wir suchen hauptsächlich nach zwei Problemen: Korrosion und elektrischen Defekten. Wir belasten die Geräte bis sie vollständig gesättigt sind. Wenn die Feuchtigkeit die Isolierung der Drähte zerstört oder die Anschlüsse beschädigt, versagt das Gerät. Einfach. Außerdem spielt auch die Hitze eine Rolle. Infrarotlampen werden extrem heiß. Mit der Zeit kann diese Hitze die Gummidichtungen austrocknen lassen, wodurch sie brüchig werden. Wenn die Materialien nicht geeignet sind, verschwindet die versprochene IPX5-Schutzklasse einfach. Wir testen weiter, bis wir sicher sind, dass die Dichtungen flexibel bleiben. Das Gleichgewicht finden Es klingt einfach: Alles fest verschließen, richtig? Nicht ganz. Wenn man einen Heizer zu fest verschließt, können die internen Elektronikkomponenten nicht atmen. Dadurch überhitzen sie und versagen. Es handelt sich dabei um ein Balanceakt – man muss genau den richtigen Grad an Dichtigkeit finden, damit der Dampf draußen bleibt, aber gleichzeitig genug Belüftung vorhanden ist, damit die Schaltkreise kühl bleiben. Das Ziel ist ein Heizgerät, das weder Lecks hat noch von innen ausbrennt.